Zum Inhalt

Menschen und Unternehmen, die etwas bewegen.

Unternehmen

Das Bankgespräch vorbereiten: Was Inhaber vor dem Kredittermin wissen sollten

Wer einen Kredit beantragt, wird geprüft. Mit guter Vorbereitung sprechen Sie im Termin über Bedingungen statt über fehlende Unterlagen.

Von der Redaktion · 4 Min. Lesezeit

Besprechungsraum mit zwei Kaffeetassen und einer geschlossenen Mappe auf dem Tisch.
Besprechungsraum mit zwei Kaffeetassen und einer geschlossenen Mappe auf dem Tisch.Bild: mit KI erstellt

Ein Kredittermin beginnt nicht am Besprechungstisch, sondern Wochen vorher an Ihrem Schreibtisch. Die Bank will wissen, ob Sie das Geld zurückzahlen können. Je gründlicher Sie diese Frage vorab beantworten, desto sachlicher verläuft das Gespräch.

Vier Wochen vorher: die Unterlagen

Banken prüfen unter anderem Jahresabschlüsse, die aktuelle BWA, eine Liquiditätsplanung und die Sicherheiten, die Sie bieten können. Fragen Sie bei der Bank vorab nach, welche Unterlagen sie genau braucht und für welche Jahre. So stehen Sie im Termin nicht mit einer halben Mappe da.

Stellen Sie außerdem zusammen, was die Bank darüber hinaus wissen könnte. Dazu gehört eine Übersicht über bestehende Kredite und andere feste Zahlungspflichten. Dazu gehört auch der Verwendungszweck, belegt mit Angeboten oder Kostenvoranschlägen. Hilfreich ist zudem eine Seite, die Ihren Betrieb und Ihr Vorhaben kurz beschreibt: Betrag, Zweck, Laufzeit, gewünschte Tilgung.

Liegt der letzte Jahresabschluss schon länger zurück, sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über den Stand. Erläutern Sie auffällige Abweichungen in der BWA kurz schriftlich, bevor jemand danach fragt. Fehlen bei einer Gründung die Jahresabschlüsse, legen Sie einen Geschäftsplan mit Umsatz-, Kosten- und Liquiditätsplanung vor.

Ihre Hausbank sieht außerdem, wie Ihr Konto in den letzten Monaten lief. Gab es Überziehungen oder geplatzte Lastschriften, sprechen Sie das offen an.

Zwei Wochen vorher: die Rückzahlung vorrechnen

Rechnen Sie der Bank vor, woraus Sie Zins und Tilgung bezahlen. Warten Sie damit nicht, bis sie danach fragt.

Für ein Beispiel setzen wir einen Kredit von 100.000 Euro für eine neue Maschine an, Laufzeit fünf Jahre. Sie tilgen also 20.000 Euro im Jahr. Bei einem angenommenen Zins von 5 Prozent kommen im ersten Jahr bis zu 5.000 Euro Zinsen hinzu. Zusammen sind das im ersten Jahr bis zu 25.000 Euro. Die Tilgung zahlen Sie aus dem Geld, das nach Steuern und Ihren privaten Entnahmen übrig bleibt. Zeigen Sie in Ihrer Liquiditätsplanung, woher dieses Geld kommt.

Spart die Maschine Kosten oder ermöglicht sie mehr Aufträge, rechnen Sie das vorsichtig vor. Überlegen Sie auch, was passiert, wenn ein Jahr schlechter läuft als geplant. Rechnen Sie etwa durch, ob die Raten auch dann noch passen, wenn Ihr Rohertrag um ein Zehntel sinkt. Wer diese Frage selbst stellt, zeigt, dass er sein Vorhaben durchdacht hat.

Ein Kredittermin beginnt nicht am Besprechungstisch, sondern Wochen vorher an Ihrem Schreibtisch.

Eine Woche vorher: Sicherheiten und Förderung klären

Überlegen Sie, welche Sicherheiten Sie anbieten können und wollen. Infrage kommen etwa Grundstücke, Maschinen, Forderungen oder Guthaben. Bei einer GmbH kann die Bank zusätzlich nach einer persönlichen Bürgschaft fragen. Mit einer Bürgschaft haften Sie unter Umständen mit Ihrem privaten Vermögen. Legen Sie deshalb vorher fest, wie weit Sie gehen wollen. Ein Anwalt kann Ihnen erklären, was Sie damit unterschreiben.

Sprechen Sie im Termin von sich aus über Fördermittel. Förderkredite der KfW beantragen Sie in der Regel über Ihre Hausbank. Auch die Bundesländer haben eigene Förderbanken. Solche Programme können zum Beispiel tilgungsfreie Anfangsjahre vorsehen. Welches Programm passt, hängt von Ihrem Vorhaben ab.

Schreiben Sie außerdem Ihre eigenen Fragen an die Bank auf, damit im Termin nichts untergeht. Möchten Sie Ihren Steuerberater dabeihaben, stimmen Sie das vorher mit der Bank ab.

Im Termin und danach

Bringen Sie die Seite mit Ihrem Vorhaben mit und erklären Sie es in wenigen Sätzen. Sprechen Sie Risiken selbst an, bevor die Bank sie findet. Das wirkt ehrlicher als jede Schönfärberei.

Fragen Sie nach allen Kosten, nicht nur nach dem Zins. Dazu gehören mögliche Bereitstellungszinsen für Geld, das Sie noch nicht abgerufen haben. Dazu gehören auch die Bedingungen für Sondertilgungen und eine vorzeitige Rückzahlung. Lassen Sie sich das Angebot schriftlich geben und unterschreiben Sie nicht am Tisch. Ein Angebot einer zweiten Bank gibt Ihnen einen Vergleich. Fragen Sie zum Schluss, bis wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können.

Notieren Sie direkt nach dem Gespräch, was besprochen wurde und welche Unterlagen noch fehlen. Schicken Sie diese zügig nach. Halten Sie die Bank auch dann auf dem Laufenden, wenn alles gut läuft. Wer regelmäßig Zahlen liefert, fängt beim nächsten Antrag nicht bei null an. Bekommen Sie eine Absage, fragen Sie nach den Gründen. Die Antwort zeigt Ihnen, woran Sie bis zum nächsten Anlauf arbeiten sollten.

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI.

Weiterlesen